
Cagliari / Mönchengladbach, 29. August 2025 –
Die Internationale Organisation Völkerrecht (IOV) warnt vor einer dramatischen Zuspitzung der ökologischen und humanitären Lage auf Sardinien.
Die Mittelmeerinsel ist seit Jahrzehnten durch militärische Nutzung belastet. Auf ehemaligen NATO-Testgeländen wie Salto di Quirra wurden Raketen, Sprengstoffe und abgereichertes Uran eingesetzt. Dokumentiert sind erhöhte Krebsraten, Missbildungen bei Menschen und Tieren sowie kontaminierte Böden und Gewässer. Eine umfassende Sanierung oder Restitution ist bis heute ausgeblieben.
Zusätzlich prüft die italienische Regierung derzeit mögliche Standorte für ein nationales Endlager für radioaktive Abfälle. Sardinien befindet sich auf dieser Liste, obwohl die Insel nach Auffassung der IOV geologisch und ökologisch ungeeignet ist. Parallel wird die Rückkehr zur Kernenergie diskutiert, unter anderem durch den Einsatz sogenannter Small Modular Reactors.
Als dritte Gefährdung bewertet die IOV die geplante großflächige Industrialisierung der Insel durch Energieprojekte. Rund 695 Projektanträge für Windkraftanlagen sowie Photovoltaikflächen mit einer Gesamtleistung von über 50 Gigawatt liegen vor. Landschaft, Artenvielfalt und historische Kulturgüter seien massiv bedroht.
Die IOV sieht durch diese Entwicklungen mehrere internationale Verpflichtungen berührt, darunter das ENMOD-Übereinkommen, UN-Resolutionen zum Recht auf eine gesunde Umwelt sowie das Zusatzprotokoll I zu den Genfer Konventionen. Auch die italienische Verfassung schützt seit der Reform von 2022 Umwelt und Gesundheit ausdrücklich.
Die Organisation fordert eine umfassende Sanierung der bestehenden Altlasten, einen Baustopp für weitere Energieprojekte und den Ausschluss Sardiniens als Standort für radioaktive Abfälle. Zugleich kündigt die IOV an, den Dialog mit regionalen und staatlichen Behörden auf nationaler und internationaler Ebene zu suchen.